Annik-Tabeas Rezis Februar

 

 

 

 

Im dunklen, dunklen Wald 

Ruth Ware

Seitenanzahl: 384

 

 

 

 

Reszension:

Aus heiterem Himmel erhält Nora eine Einladung zum Junggesellinenabschied ihrer ehemals besten Freundin Claire. Nach einem Vorfall, der sie ihre Freundschaft kostete, besteht seit 10 Jahren Funkstille zwischen den Beiden. Zögernd sagt Nora zu und reist mit ihrer Freundin Nina zum Treffpunkt.

Der Junggesellinenabschied findet in einem merkwürdigem Glashaus tief abgelegen im Wald statt. Die bunt zusammengewürfelte Truppe besteht aus Claire, ihrer besten Freundin Flo, der jungen Mutter Melanie, Nina, Nora und Claire schwulen besten Kumpel. Die Stimmung ist merkwürdig und angespannt, es geschehen irritierende Dinge, bis die Situation vollkommen eskaliert.

Am Anfang des Buches befindet sich Nora im Krankenhaus und kann sich nicht erinnern, was passiert ist. Sie bekommt mit, dass es einen Mord gegeben hat und fragt sich verzweifelt, um wen aus der Gruppe es sich handelt.

In Rückblicken wird dann gezeigt, wie der Junggesellenabschied begann und wie er sich nach und nach entwickelt hat. Zwischendurch wird immer in die Gegenwart gewechselt, wo Nora von der Polizei zu den Vorkommnissen befragt wird und nach und nach ihre Erinnerungen zurückkommen.

Mir hat sehr gut gefallen, wie die Atmosphäre in dem Buch beschrieben wurde und sich die Geschichte nach und nach entwickelt hat. Auch dass zwischendurch immer Dinge passiert hin, wodurch man vermuten konnte, dass sich jemand Eintritt ins Haus verschafft hat, hat sehr dazu beigetragen eine spannungsgeladene Atmosphäre zu kreieren. Ich hatte wirklich keine Vermutung, wer der Mörder sein konnte und habe bei fast jedem vermutet, dass er der Mörder sein könnte.

Zwischendurch wurde immer noch angedeutet, dass damals vor 10 Jahren etwas Schreckliches geschehen ist, was die Freundschaft zwischen Claire und Nora zerstört hat und immer noch Auswirkungen auf die Gegenwart hat. Am Ende wird aufgelöst, dass Nora ungeplant schwanger von James, ihren damaligen Freund war. Er machte dann per SMS mit ihr Schluss, woraufhin Nora das Kind abtreiben lies und sich nie wieder bei James meldete. Nun ist James Claires Verlobter. Es stellt sich raus, dass Claire sich damals schon in James verguckt hatte und die SMS damals von James Handy aus geschickt hatte. Vor kurzem fand James dies heraus und stellte seine ganze Beziehung mit Claire in Frage. Dies konnte Claire nicht zulassen, lies James ermorden und wollte Nora den Mord in die Schuhe schieben.

Mir hat die spannende Atmosphäre in dem Buch sehr gut gefallen und ich kann es guten Gewissens weiter empfehlen!

4 von 5 Sternen

 

 

Dark Wood

Thomas Finn

Seitenanzahl: 464 Seiten

 

 

Reszension:

6 Mitarbeiter einer pleiten Hamburger Werbeagentur nehmen an der Trash-TV-Show „Survive“ teil, in der die Teilnehmer verschiedene Prüfungen in der Wildnis bestehen müssen. Es winkt ein hohes Preisgeld für die klamme Firma und noch ein extra Preisgeld für den Teilnehmer mit den meisten Zuschauerstimmen.

Aus der Werbeagentur nehmen Bernd, Lars, Sören, Gunnar, Katja und Dagmar teil. Anfangs scheinen sich noch alle gut zu verstehen, doch die Produktionsfirma versteht es geschickt, sie gegeneinander auszuspielen. Sie kommen in einen abgelegenen Wald in die Einöde Norwegens. Kurz bevor es losgeht, hören sie das erste mal von den Gerüchten, die sich um diesen Wald ranken. Über die Jahrzehnte sollen dort schon mehrere Leute einfach spurlos verschwunden sein.

Während der ersten Prüfungen lernt man die Teilnehmer mit ihren Charaktereigenschaften besser kennen. Dagmar ist die graue Maus, die jedoch viel stärker ist, als alle und vor allem sie selbst, denken. Sören ist der dicke und unsportliche Computernerd. Bernd ein unsympathisches Arschloch, das ausschließlich an sich selbst denkt. Lars ein Frauenheld, der sich mit dem Geld ins Ausland absetzen möchte. Katja ist ein Männerschwarm, hütet jedoch ein großes Geheimnis und Gunnar ist ein unkomplizierter Teamplayer.

Gleich in der ersten Nacht wird Gunnar von einem gruseligen Wesen angefallen und verletzt. Nach und nach finden die Teammitglieder Spuren anderer Menschen, die daraufhin deuten, dass dort etwas umgeht, was Menschen angreift und tötet. Auch die Konflikte innerhalb des Teams eskalieren, sodass sie bald getrennte Wege gehen. Später entdecken sie noch, dass jemand das Produktionsteam ermordet hat. Ihre einzige Hoffnung auf Rettung ist nun der Helikopter, der in drei Tagen auftauchen soll. Doch bis dahin müssen sie ersteinmal überleben…

Mir hat die Story supergut  gefallen, auch wenn ich anfangs etwas Probleme hatte, die männlichen Hauptpersonen richtig zuzuordnen.  Ich fand die Geschehnisse in dem Wald gruselig und wusste nicht, um was für Wesen es sich handelt, die dort umhergehen. Auch die Konflikte innerhalb der Gruppe haben zur Spannung beigetragen, da jeder ein Geheimnis hatte, was jedoch im Laufe der Geschichte aufgedeckt würde. Ich habe noch nichts vergleichbares gelesen und wurde sehr gut unterhalten. Es gab immer unerwartete Wendungen und Entdeckungen, die dazu beigetragen haben, dass es immer spannend blieb und nicht langweilig wurde. Lediglich die Auflösung der unheimlichen Wesen fand ich realitätsfern und konnte mich nicht überzeugen. Ein altes Wikingerschiff auf dem gefährliche Viren gefunden wurde, die Menschen in Monster verwandeln… naja… Dennoch kann ich das Buch guten Gewissens weiter empfehlen!

4 von 5 Sternen

 

 

 

 

Ein M.O.R.D.s Team: Band 1 – Der lautlose Schrei 

Andreas Suchanek

Seitenanzahl: ca. 120

 

 

 

Reszension:

1984 brechen ein paar Jugendliche heimlich in ihre High School ein. Aus dem Streich wird jedoch schrecklicher Ernst, als dabei ihre Mitschülerin Marietta umkommt. Der Mörder wird nie gefasst.

Jahrzehnte später wird im Spind des ehemaligen Sport-Asses Mason ein Päckchen Drogen gefunden. Obwohl  Mason seine Unschuld beteuert, glaubt ihm niemand und die Gerüchteküche in dem kleinen Ort brodelt. Nur sein neuer bester Freund Randy, ein Computer-Nerd, hält noch zu ihm. Mason ist sich sicher, dass irgendjemand ihm versucht etwas anzuhängen. Doch wer?

Zufällig lernt er Olivia, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und die reiche Danielle kennen. Die vier verbindet bald eine merkwürdige Freundschaft, denn sie finden im Geheimraum eines kürzlich Verstorbenen geheime Unterlagen zum Mordfall Marietta. Bald müssen sie erkennen, dass sie stärker in den Mordfall verwickelt sind, als gedacht und dass er immer noch Auswirkungen auf die Gegenwart hat.

Mir hat der flüssige Schreibstil des Autors sofort gefallen. Man merkt gar nicht, wie die Seiten nur so davon fliegen und hat im Nu den ersten Band durch gelesen. Auch die Hauptpersonen habe ich sofort ins Herz geschlossen, auch wenn Mason etwas zu sehr im Selbstmitleid versinkt. Von keinem von ihnen ist das Leben so problemlos und einfach wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Danielles Mutter trinkt zu viel und ihrem Vater ist die Familie nicht sehr wichtig. Olivia bekommt überall zu spüren, dass sie nur ein unbedeutendes Mädchen aus einem ärmlichen Stadtteil ist. Und gerade diese Unterschiede machen den Charme der Protagonisten aus. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht und möchte unbedingt erfahren, wer der böse Unbekannte ist, der überall seine Finger im Spiel hat.

 

 

 

Endgültig

Andreas Pflüger

Seitenanzahl: 459

 

 

 

Reszension:

Jenny Aaron war Elite-Agentin bis sie bei einem Einsatz in Barcelona mit ihrem Partner und heimlichen Geliebten Niko in einen Hinterhalt gerät und schwer verletzt wird. Sie lässt den schwer verletzten Niko zurück und flieht. Von da an ist sie blind und kämpft sich mühsam ins Leben zurück. 5 Jahre nach dem Einsatz arbeitet sie als  Verhörspezialistin. Dennoch nagen die Erlebnisse von damals immer noch an ihr. Sie kann sich an die letzten Minuten des Einsatzes nicht erinnern und fragt sich immer wieder, was sie dazu veranlasst hat, ihren Partner Niko verletzt zurückzulassen.

Als ein Mordfall in einem Gefängnis geschieht, möchte der mutmaßliche Täter Boenisch nur mit Jenny sprechen. Vor vielen Jahren hat Jenny als junge Polizistin dafür gesorgt, dass er wegen Mordes verurteilt wurde. Während der Festnahme konnte sie nur knapp dem Tod entkommen.

Jenny ahnt nicht, dass die Ereignisse von damals sich immer noch auf die Gegenwart und Zukunft auswirken. Sie bekommt Zweifel, ob Boenisch wirklich der Täter ist. Doch wer steckt dann hinter den Morden? Sie beginnt nach dem wahren Täter zu ermitteln und gerät dabei in große Gefahr.

Zu Beginn wird kurz der missglückte Einsatz in Barcelona geschildert, sowie der Unfall, beim dem Jenny erblindete. Danach geht es 5 Jahre später weiter und der Leser erfährt, wie Jenny sich als Blinde in der Welt der Sehenden zurechtfindet. Auf den ersten Blick wirkt sie nicht wie eine Blinde, da sie meistens ohne Taststock unterwegs ist und ihre Behinderung gut verstecken kann. So kann sie sich mit Schnalzgeräuschen und dem dadurch entstehenden Echo ein Bild der Umgebung machen. Zwischendurch gibt es immer wieder Zeitsprünge in die Vergangenheit, bei denen man Dinge erfährt, die relevant für die Gegenwart sind.

Der Schreibstil des Autors ist ungewöhnlich. Er benutzt immer sehr kurze, abgehackte Sätze, was aber gut zu der militärischen Handlung des Buches passen. Auch sorgt es für einen guten Spannungsaufbau. Es ist faszinierend zu lesen, zu welchen Fähigkeiten Blinde in der Lage sind, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob es in der Realität auch Blinde mit solchen Fähigkeiten gibt. Zum Beispiel stelle ich es mir schwierig vor, dass eine blinde Person am Schießstand wirklich das Ziel trifft.

Ich hatte etwas Probleme die vielen männlichen Hauptpersonen nicht durcheinander zu kriegen. Dennoch wurde die Atmosphäre und das Zusammenspiel einer Polizeieinheit toll dargestellt. Dies setzt eine gute Recherchearbeit und/oder Insiderkenntnisse voraus.

Dies ist kein Buch, dass man nur so nebenbei liest. Man muss sich Zeit dafür nehmen und sich darauf einlassen. Ich könnte auch nicht mehrere Bücher mit diesem Schreibstil hintereinander lesen, das wäre mir zu wenig entspannend. Dennoch war dieses Buch ein ganz besonderes Erlebnis und ist sehr empfehlenswert!

4 von 5 Sternen

 

 

 

 

Ein M.O.R.D.s-Team Band 2: Auf tödlichen Sohlen 

Andreas Suchanek

Seitenanzahl: ca. 120

 

 

 

Reszension:

Der ehemalige Schuldirektor wird ermordet. Er wurde damals am Tatort gesehen und verbarg ein Geheimnis. Auf der Trauerfeier versuchen Mason und Danielle an mehr Informationen zu kommen. Doch Shannon, Danielles Mutter ist überhaupt nicht begeistert, dass Danielle sich mit Mason trifft und verbietet ihr den Umgang mit ihm.

Olivia möchte bei einem Foto-Wettbewerb mitmachen, bei dem sie ein hohes Preisgeld gewinnen kann. Leider wird die Galerie, in der der Wettbewerb stattfinden soll, von Unbekannten verwüstet wurde. Olivia versucht herauszufinden, wer dahinter stecken könnte und lernt dabei den gutaussehenden Chris kennen.

Zudem lernen die Vier die geheimnisvollen Zirkusleute von der verlassenen Insel kennen. Von ihnen erfahren sie auch, dass Marietta schwanger war, als sie ermordet wurde. Der Vater soll ein gewisser Marek gewesen sein, der kurz nach dem Mordfall verschwand.

Die Vier bilden mittlerweile ein eingespieltes Team und auch Olivia und Danielle verstehen sich mittlerweile besser. Zudem wird Shannon in diesem Band stärker in den Vordergrund gerückt und man fragt sich, wie aus diesem lebenslustigen Mädchen die alkoholsüchtige Societylady werden konnte.

5 von 5 Sternen

 

 

 

 

Ein M.O.R.D.s-Team Band 3: Eine verhängnisvolle Erfindung 

Andreas Suchanek

Seitenanzahl: ca. 120

 

 

 

Reszension:

Randy hat eine Nachrichtenapp erfunden, die es dem M.O.R.D.s-Team ermöglicht, abhörsicher miteinander zu kommunizieren. Unglücklicherweise haben auch andere Menschen ein großes Interesse an der App. Der Graf möchte, dass diese App zerstört wird, damit er weiterhin die Kommunikationswege kontrollieren und abhören kann. Ein Kollege von Masons Dad hat dahingegen ein finanzielles Interesse an der App. Bei Randy wird eingebrochen und technische Geräte gestohlen, doch sie können den Täter überführen.

Gleichzeitig erfährt man, dass die Unterwelt in Barrington Cove viel größer ist, als man vermutet hat. Wie die Personen alle zueinander stehen, wird erst nach und nach aufgedeckt.

Zuletzt erfahren Mason, Olivia, Randy und Danielle, dass Marietta das Baby damals bekommen hat und das Kind von damals immer noch irgendwo unerkannt in Barrington Cove leben soll.

Ich muss gestehen, ich liebe diese Serie und möchte unbedingt erfahren, wie die vielen Fäden alle zusammengehören, wo Mariettas Baby jetzt ist, wer Marietta getötet hat und bei wem es sich um den geheimnisvollen Grafen handelt.

5 von 5 Sternen

 

 

 

Ein M.O.R.D.s-Team Band 4: Gefährliche Spiele

Andreas Suchanek

Seitenanzahl: ca. 115

 

 

 

Reszension:

Bei Danielles Familie ist der Bürgermeister zu Gast. Natürlich ist Mr. Holt, Danielles gefühlskaltem Vater, sehr daran gelegen, dass alle einen guten Eindruck hinterlassen. Selbst Danielles Bruder Brandon ist zu Gast, was in letzter Zeit sehr selten vorkommt. Doch plötzlich stürmen maskierte Männer das Anwesen und entführen Danielle und ihre Mutter. Eine Lösegeldforderung bleibt augenscheinlich aus. Wer steckt hinter der Entführung? Und was sind die Beweggründe? Mason, Randy und Olivia ermitteln.

Man erfährt in diesem Band sehr viel über die bösen Hintermänner Barrington Coves. Auch werden Hinweise zu Shannons schneller Hochzeit mit Mr. Holt gegeben. Denn Shannon kam vor vielen Jahren als einzige hinter das Geheimnis der Identität des Grafen. Nun schweben sie und Danielle in Lebensgefahr. Zudem spielt Danielles Oma eine größere Rolle, denn sie ist gar nicht so gebrechlich, wie sie alle vermuten lässt. Und auch George, der Chauffeur, scheint weitaus mehr zu sein als nur ein Chauffeur. Doch welche Rolle spielt er in dem Ganzem?

Am Ende gibt es noch einen Cliffhanger für den nächsten Band: Mr. Holt, Danielles Vater, war damals der Anwalt von Masons Dad, welcher früher mit Shannon zusammen war. Mittlerweile hassen die Beiden sich. Was ist damals geschehen?

Mittlerweile bin ich ja ein riesiger Fan des M.O.R.D.s-Teams und kann es kaum erwarten zu erfahren, wie es in dem Fall weitergeht. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die sich aber irgendwann immer wieder treffen. Die Charaktere sind vielschichtig und es rücken immer neue Personen in den Vordergrund. Dadurch ist jeder Band sehr abwechslungsreich und liest sich sehr flüssig und fix.

5 von 5 Sternen

 

 

 

Blood on Snow

Jo Nesbo

Seitenanzahl: 192

 

 

 

Reszension:

Blood on Snow handelt von dem Auftragskiller Olav, der von seinem Chef Daniel Hoffmann den Auftrag erhält, dessen untreue Ehefrau Corinna zu töten. Dies bringt er jedoch nicht übers Herz und tötet stattdessen deren Liebhaber, der sie schlecht behandelt. Leider stellt sich dann heraus, dass es sich bei dem Liebhaber um Hoffmanns einzigen Sohn Daniel handelt… Von da an, sind Olav die Handlanger Hoffmanns dicht auf den Fersen.

Ehrlich gesagt, war ich anfangs von der geringen Seitenanzahl (unter 200 Seiten) irritiert. Für so ein dünnes Buch würde ich persönlich keine 10-12 € ausgeben. Ich habe das Buch dann auch problemlos an einem Tag durchgelesen.

Die Handlung wird aus der Perspektive Olavs beschrieben, der ziemlich speziell ist. Einerseits ist er Legastheniker, andererseits zitiert er gerne namhafte Schriftsteller. Er hat seine eigenen Moralvorstellungen, ist heimlich in die taubstumme Verkäuferin Maria verliebt und denkt sich gerne andere Enden für Geschichten aus, wenn ihm das eigentliche Ende nicht zusagt.

Die Gewaltszenen fand ich nicht übertrieben hart, da habe ich schon weitaus schlimmeres gelesen. Die Sprache war ein wenig ungewohnt, da ja aus Olavs Sicht erzählt wird und er einerseits ein wenig schlicht und andererseits dann wieder gebildet ist. Mich hat es am Ende dann auch irritiert, dass Olav sich sein eigenes Ende zurechtgedichtet hat, welches nicht dem wahren Ende entsprach. Dies passte aber natürlich auch zu seiner vorher beschriebenen Eigenart.

Insgesamt betrachtet, war das Buch schnell durchgelesen, einen langanhaltenden Eindruck hat es bei mir jedoch nicht hinterlassen.

3 von 5 Sternen

 

 

 

 

Azur: Eine Diebin bricht aus

Sabine Schulter

313 Seiten

 

 

 

Reszension:

Dies ist der zweite Band der „Azur“-Reihe von Sabine Schulter. Nachdem ich den ersten Band regelrecht verschlungen und die Hauptprotagonisten lieb gewonnen habe, freute ich mich schon sehr auf den zweiten Teil.

Die berühmte Traumdiebin Azur, die eigentlich Jess heißt, hat sich endgültig auf die Seite der Behüter gestellt. Cedric, Vincent, Julian und die übrigen Behüter wollen ihr helfen sich von ihrem brutalen Adoptivvater Saphir, welcher gleichzeitig auch der Chef der Traumdiebe ist, loszusagen. Saphirs Ambitionen die Weltherrschaft an sich zu reißen und einen großen Krieg anzuzetteln werden immer größer und seine Aktionen rücksichtsloser. Er schreckt vor nichts mehr zurück.

Doch bevor Jess die Behüter unterstützen kann, muss erst das Gift aus ihrem Körper entfernt werden, damit Saphir sie nicht mehr töten kann und keine Macht über sie hat. Eine experimentelle Operation steht Jess bevor, der Ausgang ist ungewiss.

Gleichzeitig wächst die Beziehung zwischen Cedric und Jess. Jess muss lernen mit Cedrics Berührungen umzugehen, was ihr nach den schlechten Erfahrungen in der Gilde noch schwer fällt.

Von den bisherigen Büchern, die ich bislang von Sabine Schulter gelesen habe, gefallen mir die „Azur“-Bände am besten. Alle Hauptprotagonisten sind durchweg sympathisch und liebevoll beschrieben, dabei jedoch gleichzeitig sehr unterschiedlich vom Charakter. Dennoch wirken die Charaktere nicht „platt“, sondern tiefgründig. Etwas was mir z. B. bei der „Mondprinzessin“ von Ava Reed nicht gefallen hat. Dort wirkten die Charaktere einfach nicht tiefgründig und die Story dadurch auch. Dies ist bei Sabine Schulter nicht der Fall.

Ein tolles Buch und ich freue mich schon auf einen 3. Band der Reihe!

5 von 5 Sternen

 

 

 

 

Als wir unsterblich waren 

Charlotte Roth

Seitenanzahl: 576

 

 

 

 

Reszension:

Die Handlung beginnt 1989 mit Alexandra, die hautnah die Öffnung der Mauer miterlebt. Zum ersten mal ist die Ostberlinerin in Westberlin und fällt dabei dem attraktiven Westberliner Oliver vor die Füße. Für Beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch als Alexandra ihrer Großmutter „Mommi“, bei der sie aufgewachsen ist, Oliver vorstellen will, gerät diese bei dessen Anblick in Panik und erleidet einen Herzinfarkt. Niemand kann sich erklären, weshalb Mommi so reagiert hat.

Danach kommt ein Zeitsprung ins Jahr 1912: Die junge und lebenslustige Paula ist erst 16 Jahre alt und genießt den Sommer mit ihrem Bruder  Manfred und ihren Freunden am See. Sie verliebt sich unsterblich in den rebellischen Clemens. Nach einiger Zeit erwidert dieser ihre Gefühle und die Beiden werden ein Paar.

Die Menschen demonstrieren gegen die miserablen Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiterklasse. Man erfährt, wie die SPD gebildet wird und wie die Regierung auf die demonstrierenden Menschen reagiert. Gleichzeitig wird beschrieben, wie Hitler seinen Aufstieg begann und die Nazis Menschen drangsalierten, die ihnen ein Dorn im Auge waren.

Paula ist eine mutige Frau, die sich für die besseren Lebensumstände der Frauen einsetzt. Sie mietet Wohnungen an, in denen notleidende Frauen vor ihren gewalttätigen Ehemännern flüchten können. Ständig ist sie auf der Suche nach Sponsoren, doch der steigende Bedarf zeigt ihr, dass ihre Hilfe gebraucht wird.

Der erste Weltkrieg verändert das Leben von allen. Clemens hat sein Leben der Partei gewidmet und muss nun Entscheidungen vertreten, die er selber nicht billigt. Sein Freund Harry, der heimlich in Paula verliebt ist,  wird ein erfolgreicher Anwalt, gerät jedoch in Schwierigkeiten, als sein jüdischer Chef gezwungen wird, ins Ausland abzutauchen. Manfred und Clemens zerstreiten sich und Paula wünscht sich sehnlichst ein Kind von Clemens. Dieser Wunsch bleibt ihr jedoch versagt.

Ich fand die Beschreibung der politischen Ereignisse von damals sehr interessant. Meistens spielen historische Bücher zu Zeiten des zweiten Weltkriegs, sodass ich hier nun ganz neue Erkenntnisse gewinnen konnte. Für die Menschen heutzutage, die in geordneten politischen Verhältnissen leben, ist es kaum vorstellbar, wie die Menschen damals für erträgliche Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen mussten.

Aus Lesersicht fand ich es etwas schade, dass das Leben für Paula und ihre Freunde kein Happy End bereit hielt. Aber natürlich sorgte der erste Weltkrieg auch nicht für Glück.

Fazit: Ein tolles Buch mit charakterstarken Hauptprotagonisten und interessanten Einblicken in den damaligen politischen Umschwung.

4 von 5 Sternen

 

 

 

Die Chroniken der Seelenwächter: Band 1 – Die Suche beginnt

Nicole Böhm

Seitenanzahl: ca. 120

 

 

 

 

Reszension:

Jess ist keine normale Jugendliche. Sie hat einen Schutzgeist namens Violet, die gleichzeitig ihre beste Freundin ist. Ihre Mutter ist vor ein paar Jahren einfach spurlos verschwunden. Seitdem lebt sie bei ihrem Vormund Ariadne. Zufälligerweise findet sie Unterlagen, die ihr bei der Suche nach ihrer Mutter helfen könnten. Doch Ariadne verbrennt die Sachen. Seitdem ist das Verhältnis der Beiden unterkühlt. Als Jess ein Ritual in einer alten Kirch durchführt, wird sie plötzlich von einem Schattendämon angegriffen und stirbt fast. Der geheimnisvolle Seelenwächter Jaydee und sein Freund rettet Jess das Leben.

Doch bei einer erneuten Begegnung mit Jess verliert Jaydee die Beherrschung und stürzt sich auf Jess. Seine Freunde können ihn gerade noch bremsen.

Niemand kann sich erklären, weshalb Jaydee so auf Jess reagiert. Und ist Jess etwa mit Anna, einer Freundin von ihm, verwandt?

Die Idee mit den Seelenwächtern und Schattendämonen ist mal etwas neues und gefällt mir sehr gut. Leider war das Buch zu kurz, um die Hauptpersonen wirklich kennen zu lernen, aber ich habe bislang den Eindruck, dass Jess und Violet sehr sympathische Charaktere sind. Bei Jaydee bin ich mir noch nicht, was ich von ihm halten soll. Auf jeden Fall war, das Buch sehr kurzweilig geschrieben und ich werden die nächsten Bände auch noch lesen.

4 von 5 Sternen

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *