Interview: Laura Albers

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9783426215944_1465470361000_xxlVor zwei Wochen durfte ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks Laura Albers‘ „Licht über den Reben“ vom Feelings-Verlag lesen. Die prickelnd-romantische und spannende Geschichte vor der traumhafter Kulisse des Elsass hat mir richtig gut gefallen und umso glücklicher macht es mich, dass ich anschließend ein kleines Interview mit Laura Albers führen konnte.

Zu ihrer Homepage kommt ihr hier. Unter ihrem richtigen Namen Angelika Lauriel hat sie schon einige Kinderbücher und Chicklit-Romane veröffentlicht. Schaut dort mal vorbei!

 

Und nun mein erstes Autoreninterview:

 

1) Hallo Laura und ein großes Dankeschön dafür, dass ich dir ein paar Fragen stellen darf. Magst du dich in wenigen Worten einmal vorstellen?

170578_191175807577068_4926688_oLaura Albers ist nicht mein richtiger Name, sondern Angelika Lauriel. Ich bin Autorin, Mutter, Ehefrau und Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache (als Quereinsteigerin). Das einzige, was davon geplant war, ist die Familie. Mein ursprünglicher Beruf ist Diplom-Übersetzerin, aber bevor ich da richtig Fuß fassen konnte, kamen die drei Jungs. Geplant, wie gesagt. Aber der berufliche Werdegang hat sich dann ergeben. So wie ich mich dem Schreiben „ergeben“ habe. Ich lebe mit meiner Familie im Saarland ein relativ ruhiges und ausgeglichenes Leben. Solange ich Zeit zum Schreiben finde, ist alles gut.

2) Wie sieht dein Schreiballtag aus? Und wo schreibst du am liebsten?

Es gibt keinen echten Schreib“alltag“, weil ich von Anfang an um meine Schreibzeiten „kämpfen“ musste. Die Jungs waren noch sehr klein, als ich damit angefangen habe. Außerdem war ich zu der Zeit Strohwitwe, mein Mann immer nur am Wochenende zuhause. Das änderte sich später wieder, aber die Notwendigkeit, um die Schreibzeiten zu feilschen, blieb irgendwie immer bestehen. Ich arbeite deshalb, zumindest was das Schreiben angeht, sehr diszipliniert. Am besten sind die Tage, an denen ich mindestens zweimal zwei volle Stunden schreiben kann. Die sind allerdings selten. Alles, was zum Schreiben und Veröffentlicht-werden noch dazugehört, nimmt mit jeder Buchveröffentlichung mehr Zeit weg. Werbung machen und mit den LeserInnen in Kontakt zu treten ist sehr wichtig. Ich mag den Austausch in Leserunden beispielsweise sehr.

Wenn es sich einrichten lässt, setze ich mich bereits gegen halb acht an den Schreibtisch (wir stehen alle um 6:00 Uhr auf) und arbeite bis etwa 13:00 Uhr durch, dann gibt es immer eine Pause. Am Nachmittag nochmal möglichst zwei bis drei Stunden. Aber es wäre illusorisch, anzunehmen, dass ich in dieser Zeit tatsächlich schreibe. Homepage, Facebook, Twitter, Medienkontakte, Mails, Interviews – all das kostet viel Zeit. Und dabei bin ich weder Spiele- noch Internetjunkie. Meine Söhne haben, glaube ich, noch immer nicht ganz verstanden, dass es tatsächlich ARBEIT ist, was ich da mache … 😉

Mit dem Job als Förderlehrkraft für DaZ hat sich die Schreibzeit nochmals drastisch verringert. Aber auch dieser Beruf ist sehr interessant. Ich bin an drei Tagen an zwei saarländischen weiterführenden Schulen beschäftigt.

Ich schreibe an drei Plätzen sehr gern: in meinem Büro, im Schlafzimmer unter dem Dach und auf dem Balkon, wenn es warm ist (Nordseite, sonnenabgewandt …).

3) In deinem neuen Roman unter neuem Pseudonym arbeitet die Protagonistin Leah als Übersetzerin. Du selbst hast Übersetzen und Dolmetschen studiert. Wie kamst du darauf, dass Leah ebenfalls diesen Hintergrund haben sollte?
Bei Leah hat sich das fast aufgedrängt. Noch dazu, weil ich selbst in den letzten Jahren zweimal einen sehr großen Übersetzungsauftrag eines angesehenen Champagnerherstellers bearbeitet habe. Wenn etwas so gut zur Geschichte passt, die man erzählen will, muss man zugreifen. Ich schreibe am liebsten über Dinge (und Orte), die ich aus eigener Erfahrung kenne. Andernfalls muss man sehr viel recherchieren, das geht natürlich auch. Aber sicherer fühle ich mich, wenn ich weiß, wie es aussieht, wie es riecht, wie es sich anfühlt.

4) „Licht über den Reben“ spielt vor der traumhaft schönen und romantischen Kulisse des Elsass in Frankreich. Hast du dort vor Ort recherchiert oder gar geschrieben? Haben diese Kulturlandschaft und ihre Geschichte Einfluss auf die Erzählstränge und Charakterentwicklung genommen?
Das muss ich tatsächlich verneinen! Nicht alles natürlich. Ich kenne die Region sehr gut und war schon einige Male dort, und ich freue mich, dass der Roman am Ende dort „gelandet“ ist. Ja, tatsächlich hatte ich die Geschichte zuerst in einem deutschen Weinbaugebiet angelegt. Als der Verlag mich fragte, ob ich nicht eine französische Region nehmen wolle, rannte er bei mir offene Türen ein. Es war ein gutes Stück Arbeit, das nochmals zu ändern, aber ich habe es sehr gern gemacht. Im Nachhinein frage ich mich, warum ich nicht sofort das Elsass genommen hatte. Es hat dieses besondere Flair, und ich liebe die Weinorte dort!

Was die Personen anging und das spezifisch Weinbau-bezogene, musste ich da nicht viel ändern, weil die Arbeit des Winzers in ihren Grundzügen überall die Gleiche ist. Wie Winzersekt hergestellt wird, weiß ich übrigens auch aus eigener Anschauung, da wir Verwandte haben, die an der Saar Wein und Sekt herstellen. Aber auch die Champagne, die Herkunftsregion von Leahs Vater, kenne ich aus eigenen Besuchen, nicht nur durch die Übersetzungen, die ich gemacht habe.

5) Überhaupt haftet der Geschichte und Gegend eine sehr sinnliche Atmosphäre an – besonders beim Essen und Wein. Gibt es ein typisches Gericht aus dem Elsass, welches man unbedingt einmal genießen sollte?
Choucroute garnie!  Das ist nicht jedermanns Sache, aber einmal im Leben sollte man es probiert haben. Und Elsässer Flammkuchen natürlich.

Hier gibt’s das Rezept und Bilder.

6) Zum Schluss kommt es zu einem dramatischen Showdown. Stand der von Anfang an für dich fest?

Ja, den habe ich ganz zu Anfang mit dem Plot entwickelt. Ich arbeite immer relativ gründlich vor, wenn ich einen Roman beginne. Erst mal die Charaktere bis ins Detail kennenlernen, dann die Geschichte in ihren Grundzügen entwerfen. Ich weiß, dass manche AutorInnen das nicht „können“ oder nicht wollen und lieber komplett aus dem Bauch heraus schreiben. Ich vermeide, dass ich mich verzettle, indem ich meinen Bauch die Vorarbeiten machen lasse. Überraschungen kann es trotzdem immer wieder geben. Bis ins kleinste Detail hatte ich zum Beispiel den Showdown nicht geplant. Einzelheiten wie der Verlauf des Gesprächs im Lokal oder dann oben in der Ruine blieben offen. Ich lasse mich da gerne überraschen. Kleinere Szenen sind auch nicht vorher geplant.

7) Es gibt ein paar sehr prickelnde Szenen im Buch. In der Leserunde schriebst du auch, dass du anfangs eine erotische Geschichte im Sinn hattest. Wie kam es dazu und weshalb hast du dich dann doch entschieden, eher in Richtung klassische Liebesgeschichte zu gehen?
Wie es dazu kam, kann ich gar nicht genau sagen. Vermutlich ist es einfach die Lust, Dinge auszuprobieren und mich auch im Schreiben immer wieder neu zu erfinden. Allerdings ist erotisches Schreiben eine enorme Gratwanderung. Ich würde, sollte ich jemals einen erotischen Roman schreiben, ein geschlossenes Pseudonym verwenden. Für „Licht über den Reben“ hat es sich als passender erwiesen, die eher klassischen Wege einzuschlagen. Ich bin mit dem Grad an Erotik (vieles bleibt dem Kopfkino der Leserin überlassen) zufrieden, so wie er jetzt ist. J

8) Hast du als Laura Albers später vor, einen Erotikroman zu schreiben? Und hast du schon eine neue Geschichte in Arbeit?

Laura Albers schreibt Liebesromane, keine Erotikromane. Ja, ich habe ein neues Projekt in Arbeit als Laura Albers. Es ist aber noch ganz frisch, ich kann darüber noch nichts erzählen. Angelika Lauriel hat ebenfalls noch die eine oder andere Geschichte in der Warteschleife.

Sollte Erotik konkret werden, dann unter geschlossenem Pseudonym. Ich mag bestimmte Arten erotischer Romane selbst (keine, in denen sich eine/r erniedrigen muss, sondern mir ist Augenhöhe zwischen den PartnerInnen wichtig!), kenne aber auch Leserreaktionen auf bestimmte Erzählungen oder Szenen (auch schon in meinen wirklich harmlosen Romanen, beispielsweise den Saar-Krimikomödien „Bei Tränen Mord“ und „Der Tod steht mir nicht“, Gmeiner). Ich bin nicht gut darin, mit zweideutigen Anträgen aller Arten umzugehen … (Männliche) Leser neigen tatsächlich dazu, alles irgendwie Prickelnde, was ich schreibe, für bare Münze zu nehmen. Wenn es so wäre, wäre ich ja auch eine Mörderin. Schließlich lasse ich in den Krimis Menschen über die Klinge springen. Aber nein, da gelingt ihnen die Abstraktion, bei der Erotik jedoch nicht … *lach*

9) Und zum Schluss: Ich teile mir diesen Blog mit meiner Spitzdame Rosie, die sich natürlich besonders für deine Bullydame Banou interessiert. Und sie fragt sich nun, wo Banou immer ist, wenn du deiner schriftstellerischen Arbeit nachgehst.

BanouBanou liegt in meinem Büro fast immer in einem Körbchen. Das ändert seinen Platz, sobald die Sonne hereinscheint. Als sie noch ein Welpe war, konnte sie beim Schreiben sogar auf meinem Schoß sitzen, aber das geht nun nicht mehr. Jetzt sitze ich gerade auf dem Balkon, und sie liegt auf einen kleinen Teppich in der Sonne. Auch ins Schlafzimmer darf sie mit, wenn ich dort schreibe. Da hat sie neben dem winzigen Zweit-Schreibtisch ein eigenes, altes Daunenkissen, auf dem sie sich ausstreckt.

Sie lässt Rosie herzlich grüßen!

Vielen Dank für dein Interesse und für deine schönen Fragen! Und natürlich dafür, dass dir mein Buch gefallen hat <3.

Und ich bedanke mich herzlichst, dass du dir so viel Zeit für mich genommen hast!

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