Rezension: Cavaliersreise

 

 

 

Cavaliersreise. Bekennntnisse eines Gentlemans

Mackenzi Lee

Königskinder Verlag

erschienen 03/2017

ca. 496 Seiten

Bildquelle: Amazon

 

 

 

Und weil es es selbst niemals besser zusammenfassen könnte, hier der Klappentext (Quelle: Carlsen Verlag):

Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). Zwischen Paris und Marseille verlieren Monty, Percy und Felicity auch noch ihren Hofmeister, kämpfen gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Aber am Ende dieser abenteuerlichen Reise finden sie alle drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.

Diese Geschichte ist eine Entdeckung. Selten hat mich ein historischer Roman – denn ein bisschen ist es auch ein solcher – so berühren können. Der Autorin gelingt es, geschichtliche und gesellschaftliche Ereignisse und Zustände so mit der persönlichen Chronik der Figuren zu verbinden, dass die Reise und das Schicksal Henrys und seiner Freunde den Leser nicht loslässt.

Cavaliersreise ist sowohl ein Abenteuer- und Entwicklungsroman, als auch eine berührende und zarte Liebesgeschichte. Man ist als Leser immer hautnah dabei und kann die Selbstzweifel der Figuren am eigenen Leib spüren, ihre Ohnmacht, Angst und Hoffnung. Mir imponiert auch die Figur der Felicity, die eine starke, verkannte junge Frau mit einem eisernen Willen und Wagemut ist. Sie ist ein Opfer ihrer Zeit, schafft es aber, ihre Träume zu verwirklichen und echte Anerkennung zu erlangen.

Auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Humorvolle Passagen mildern die Tragik des Schicksals, das z.B. Percy als gemischtrassiger junger Mann mit dunkler Hautfarbe oder Monty mit seiner Vorliebe für Männer erleiden muss.

Mich hat dieser Roman in seinen Bann gezogen wie nur wenige andere dieses Jahr. Ich wünsche dieser außergewöhnlichen Geschichte eine zahlreiche Leserschaft und kann verstehen, warum der Verlag diesen Titel zum Aushängeschild des Frühjahrsprogramms erkoren hat.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar, das ich als Geschenk für meinen Beitrag zur Blogparade #ichbineinKönigskind erhalten habe. Es war mir eine große Freude und Ehre, diese kostbare Geschichte entdecken und erleben zu dürfen.

 

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