Rezension: Das Café der kleinen Wunder

 

 

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Das Café der kleinen Wunder

Nicolas Barreau

Thiele

erschienen 09/2016

ca. 357 Seiten

 

 

 

Nicolas Barreau schätze ich wegen seiner kleinen, charmanten französischen Romane, die den Flair und die Atmosphäre Paris so schön einfangen und deren Figuren immer so liebevoll beschrieben sind.

In „Das Cafè der kleinen Wunder“ geht es um Nelly, die unglücklich und unerwidert in ihren Professor verliebt ist, der von ihrer Zuneigung allerdings nicht die kleinste Ahnung hat, denn Nelly ist eine Meisterin darin, auf den „richtigen“ Moment zu warten, welcher vielleicht niemals kommt und darüber hinaus ein doch recht tristes Leben ohne wirklich Höhepunkte zu führen. Nelly glaubt fest daran, dass es einen übergeordneten Plan für ihr Leben gibt und dass sie nur auf das richtige Zeichen warten muss, damit alles gut wird. Dass dieses Zeichen dann ausgerechnet in der Verlobung ihres heimlich geliebten Professors besteht, der damit für immer aus ihrer Reichweite verschwinden wir, wirft sie aus der Bahn, aber eine unerwartete Entdeckung sorgt dafür, dass sie sich plötzlich, ganz im Gegensatz zu ihren Gewohnheiten, spontan auf eine Reise nach Venedig begibt, auf den Spuren ihrer verstorbenen Großmutter …

Gewohnt gekonnt und charmant werden Paris und die Figuren beschrieben. Nelly ist ein sympathischer, etwas verklemmter Charakter, die viele kleine und große Ängste hat und eine gesunden Skepsis gegenüber gutaussehenden Männern. Die Reise nach Venedig schubst sie endlich aus ihrer Komfortzone und lässt ihr bis dahin so geordnetes, aber auch recht langweiliges Leben, spannend und unberechenbar werden. Venedig ist ein wunderbar romantischer Handlungsort, gerade auch im Winter, wenn es nicht von Touristen überlaufen ist und Nelly macht dort Entdeckungen und Bekanntschaften, die ihr Leben verändern werden.

Wer Nicolas Barreau kennt, weiß, dass seine Romane zwar oft recht vorausschaubar sind, aber auch, dass er immer mit einem überaus liebevollen Blick auf seine Figuren schreibt. Dieses Mal ist ihm das wieder sehr gut gelungen,  auch wenn ich „Das Café der kleinen Wunder“ für einen seiner schwächeren Romane halte. Gut unterhalten ist man jedenfalls und Venedig kann seinen ganz speziellen Zauber entfalten.

Ich kann dieses Roman jedem Leser empfehlen, der eine charmante Liebesgeschichte  sucht, die ihn an einen wunderbaren Ort entführt und auf jeden Fall mit einem Happy End aufwarten kann.

 

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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