Rezension: Der Koffer

 

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Bei dem rezensierten Buch handelt es sich um ein von mir selbst erworbenes Exemplar.

 

 

 

Der Koffer

Robin Roe

Königskinder Verlag

416 Seiten

(c) Könisgkinder

 

 

 

 

»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr.

 

Die berührende Geschichte, die dieses Königskind entfaltet, wird abwechselnd aus der Sicht von Adam und Julian erzählt. Die ungleichen, sich aber sehr zugetanen (Pflege)Brüder haben eine gemeinsame Vergangenheit, wurden aber auf schmerzhafte Weise getrennt und treffen nun Jahre später wieder aufeinander, wodurch die Geschichte ihren Lauf nimmt. Es ist schwierig auf die Grundthemen des Buches einzugehen, ohne zu spoilern, weswegen diese Rezension nicht ganz spoilerfrei auskommen wird!

 

-Achtung: Spoiler möglich –

 

In „Der Koffer“ wird Verlust thematisiet, aber auch Vernachlässigung und Missbrauch. Auf sehr eindringliche Art gelingt es, die Schäden deutlich zu machen, die jahrelange Drangsalierung und Isolation verusrachen. So wird eindrücklich dargestellt, wie viel jünger und entwicklungsgehemmter Julian im Vergleich zu seinen Altersgenossen doch ist. Er benimmt sich eher wie ein kleineres Kind, liest Kinderbücher, hat eine Leseschwäche und wirkt ungelenk.

Adam als Gegenbeispiel dazu zeigt, dass durch ein liebevolles Elternhaus auch eventuelle Nachteile und Schwierigkeiten, die z.B. durch ADHS entstehen, ausgeräumt werden und sogar Stärken daraus erwachsen können.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und macht die beiden unterschiedlichen Perspektiven gut unterscheidbar. Durch sie bekommt man einen umfassenderen Blick auf die ganzen Geschehnisse.

Mir haben auch die Nebenfiguren so gut gefallen: Adams liebevolle Mutter, die für Julian kämpft, seine Freundin Emerals und besonders Charlie, der unter der rauen Schale ein sehr weiches Herz verbirgt.

Dieses Königskind zeigt die Kraft der Wahlfamilie und dass man für die Menschen, die keinen anderen haben, einstehen muss, weil sie sonst als schwächste Glieder der Gesellschaft schnell zu Opfern werden. Man muss als Leser nicht immer mit allen Entscheidungen einverstanden sein, die im Laufe der Geschichte getroffen werden, trotzdem berühren einen die Figuren und ihre verwobenen Schicksale.

 

 

 

 

2 thoughts on “Rezension: Der Koffer

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