Rezension: Der Kuss der Lüge

 

 

 

Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson

ONE

erschienen 02/2017

559 Seiten

 

 

 

Lia ist die Erste Tochter Morrighans und ihre Vermählung soll endlich einen dauerhaften Frieden mit dem Königreich Dahlbreck sichern. Doch am Tag der Hochzeit flieht sie und versucht sich fernab ihrer Heimatstadt ein neues, einfaches Leben aufzubauen. Schon bald heften sich Verfolger an ihre Fersen: der Prinz, den sie heiraten sollte und ein Attentäter, der ihren Tod will.

Mary E. Pearson hat mit diesem Buch eine epische High Fantasy-Geschichte erschaffen, die mich von der ersten Seite an begeistern konnte. Bildgewaltig und auch zu ruhigen Tönen fähig erschafft sie Welten und Charaktere, die einem in Erinnerung bleiben. Lia ist eine starke Protagonistin, die an ihren Aufgaben wächst, manchmal spröde, aber immer hart genug, um zu überleben.

Die meisten Geschichten heutzutage sind überfrachtet mit Kampfszenen. In dieser hier hat man Zeit zu verweilen, die Figuren mit ihren Stärken und Schwächen kennen zu lernen, das Land zu schmecken und die tiefen Emotionen aufzunehmen, die Lia durchleben muss. Man sieht durch ihre Augen die wilde Schönheit der Landschaften, die Kleinigkeiten, die auch den Feind menschlich machen und die Verzweiflung und der Hass, die durch die unschuldigen Opfer eines sinnlosen Krieges in ihr wecken.

Mal bunt und friedfertig, mal geheimnisvoll und erbarmungslos wird man bis zum Schluss gefesselt. Es gibt schöne Szenen und dann wieder welche, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen und zutiefst betroffen machen.

„Der Kuss der Lüge“ ist ein wunderbar epischer Auftakt, der mich noch viel von seiner Fortsetzung erwarten lässt.

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