Rezension: Die Akte Zodiac

 

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Die Akte Zodiac

Linus Geschke

edel elements

erschienen 10/2016

je Folge 70-90 Seiten

 

 

Ein kaltblütiger Mörder hat es auf Liebespaare abgesehen. Das Ermittlerteam um Kommissarin Eva Lendt und den Fallanalytiker Marco Brock muss ihn stoppen, steht aber vor einem Rästel, bis sich Parallelen zu den berühmten Morden des Zodiac-Killers offenbaren. Doch wer verübt die Copykills nach so langer Zeit in Deutschland? Und lässt sich der heutige Killer mit den Kenntnissen um den damaligen Zodiac stellen?

Die Zodiac-Akte ist eine eBook-Kurzserie mit insgesamt vier Folgen. Ich mag das Konzept dieser eBook-Serien und ihre dadurch erzwungene Rasanz und Kurzweiligkeit.  Ich werde in dieser Rezension zwar auf meinen Eindruck aller vier Folgen eingehen, dabei aber nicht spoilern.

Eva Lendt ist eine sympathische, fleißige und aufrichtige Ermittlerin, die ihr Bestes gibt, um den Täter zu ermitteln. Mit Marco Brock hat man so seine anfänglichen Schwierigkeiten, versteckt er doch seinen weicheren Kern hinter Angebergetue und Großkotzerei. Seine Fähigkeiten im Bereich der Verhaltensanalyse sind aber von Anfang an zu erkennen, aber eben auch die Grenzen dieses Verfahrens und wie wichtig die Zusammenarbeit mit der ermittelnden Behörde dabei bleibt.

Die Morde sind sehr realitätnah und brutal beschrieben, man fühlt sich dabei fast in einen Film hinein versetzt und erlebt die von Panik durchsetzten letzten Sekunden der Opfer hautnah mit. Besonders spannend und gleichzeitig informativ waren die Rückblenden zu den tatsächlichen Zodiac-Morden Ende der Sechziger. Vom Umfang her waren die einzelnen Folgen schon in Ordnung, ich hätte aber gerne so 20-30 Seiten mehr gehabt, besonders bei der letzten Folge. Da wurde mir zu viel am Schluss offen gelassen.

Was mich wirklich beeindrucken konnte, ist die Recherche, die hinter dem Thriller-Projekt steckt. Die meisten werden sicher den Fincher-Film „Zodiac – Die Spur des Killers“ mit Jake Gyllenhaal und Robert Downey Jr., auch in meinen Augen ein Meisterwerk. Der Film basiert auf dem Sachbuch des ehemaligen Chronicle-Karikaturisten Robert Graysmith und nach der Zodiac-Akte könnte ich gleich mit damit weitermachen, so faszinierend und erschreckend ist das, was man von der Ermittlungsarbeit  von damals mitbekommt.

Die Akte Zodiac ist eher etwas für Kurzkrimi- bzw. Kurzthriller-Fans, die sich außerdem für den Zodiac-Killer interessieren. Man hätte sicher auch einfach ein ganz normales Buch mit einem Umfang von 300-400 Seiten aus der Geschichte machen können, aber ich mag ja die eBook-Serien und deswegen habe ich diese hier auch schnell ausgelesen gehabt.

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