Rezension: Die Anarchie der Buchstaben

 

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Bei dem rezensierten Buch handelt es sich um ein von mir selbst erworbenes Exemplar.

 

 

Die Anarchie der Buchstaben

Kate de Goldi

Königskinder Verlag

 

ca. 160 Seiten

(c) Carlsen

 

 

Jeden Donnerstag besucht Perry ihre Oma im Heim Santa Lucia. Oma weiß nicht immer, wer Perry eigentlich ist, und außerdem findet sie, Perry sei ein Jungenname. Aber Perry macht das nichts aus. Und dann hat sie diese gute Idee mit dem Abc! Ein Buch über alle und alles in Santa Lucia, bei dem Oma und die anderen mitmachen sollen. Es geht zwar etwas durcheinander, und das Ganze wird eher ein Acb oder ein Abv. Aber ein bisschen Anarchie hat noch niemandem geschadet.

 

Ein kleines Büchlein mit nur auf dem ersten Blick kleiner Geschichte im Inneren.

Die Gestaltung lässt wie immer kaum Wünsche offen. Perry gestaltet zusammen mit den Bewohnern des Altersheims, die alle ihre ganz eigenen Schrullen und Eigenheiten haben, ein Buchstabenbuch für ihre demente Oma, die einen Alphabettick hat (einen von ganz, ganz vielen, nebenbei bemerkt). Zwischendurch sind immer wieder die Illustrationen dazu im Buch abgebildet, weswegen man die Gestaltung von Perrys Werk quasi hautnahm miterleben kann.

Die Sprache ist einfach gehalten, sodass man sich wunderbar in Perrys kindliche Sicht auf die Welt einfühlen kann. So werden auch sehr ernste Themen wie Alter, Demenz, Krankheit und Tod nicht ausgeklammert, sondern auf die Art vermittelt, wie Kinder sie sehen mögen.

Überhapt hat mich das Zusammenspiel der Bewohner des Altersheims und Perry fasziniert. Ihr gelingt es als Kind ohne die typischen Zwänge und Erwartungen, die Erwachsene blockieren, viel eher und besser, eine Verbindung aufzubauen und die Schrullen der anderen zu akzeptieren.

Die Idee des ACB-Buchs ist grandios und ermöglicht es Perry außerdem, ihre eigenen Fertigkeiten zu verbessern.

Ein überaus menschliches Buch, an dem ich als Erwachsene wahrscheinlich fast noch mehr Spaß hatte, als ein jugendlicheres Publikum.

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