Rezension: Die Anatomie der Nacht

 

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Bei dem rezensierten Buch handelt es sich um ein von mir selbst erworbenes Exemplar.

 

 

Die Anatomie der Nacht

Jenn Bennett

Königskinder Verlag

ca. Seiten

(c) Königskinder

 

 

 

 

***San Francisco bei Tag und bei Nacht***
Vielleicht lernt man solche Jungen ja nur zu später Stunde kennen. Im Nachtbus, wenn man die letzte Bahn verpasst hat und nur hoffen kann, dass Mom auch noch nicht zu Hause ist. Wenn ganz andere Leute unterwegs sind als sonst. Zum Beispiel dieser Typ mit den schwarzen Klamotten, der aussieht, als wolle er den nächsten Schnapsladen ausrauben. Doch Bex stellt fest: Jack ist kein Kioskräuber. Er ist der Graffitikünstler, der seit Wochen San Franciscos Bauwerke mit riesigen goldenen Buchstaben verziert. Aber das hält nicht jeder für Kunst; genauso wie nicht jeder Bex‘ anatomische Studien schön findet.

Bei Tag und bei Nacht, auf den Dächern der Stadt und in den Tunneln der U-Bahn wächst ihr Vertrauen zueinander. Und zwischen ihnen erblüht die Liebe.

 

Dieser Jugendroman behandelt nicht nur eine herzzerreisend süße Liebesgeschichte, er erzählt auch von den Traumata, die jeder Mensch auf seine Art und Weise erleidet und wie es einem gelingt, diese schlimmen Ereignisse zu überwinden und als Familie zusammenzuhalten oder sich wiederzufinden.

Bex ist ein Scheidungskind, welches bei ihrer Löwenmutter aufwächst ein einen sehr extrovertierten Bruder hat. Sie liebt das anatomische Zeichnen und möchte später einmal medizinische Illustratorin werden – ein makabres Hobby, was wenige nachvollziehen können. Ich finde es dagegen einfach nur klasse – auch die Beschreibungen des Präpsaals erinnern mich lebhaft an meine eigene Studienzeit.

Ebenfalls sehr anrührend fand ich Bex‘ Familie: ihren durchgedrehten Bruder, der sich für seinen Freund Noah endlich verändern will und ihre Mutter, die alles für ihre Kinder tut. Dabei sind die Fehlentscheidungen, die im Laufe der Geschichte zutage kommen, einfach nur menschlich und nachvollziehbar.

Zuerst erscheint Jacks Familie da wie ein Gegenentwurf, aber nach und nach versteht man auch diese Familienzusammenhänge.

Ein großes Thema ist eine psychiatrische Erkrankung, deren Darstellung ich sehr gelungen fand. Sensibel und trotzdem gut recherchiert geht die Autorin auf Symptome und Gefühle der Betroffenen und besonders deren Familien ein. Wir hatten an der Uniklinik auch jemanden wie Will, der Jahre später immr noch in der Nähe der Psychiatrie ausharrte.

„Die Anatomie der Nacht“ ist eine gefühlvolle Liebesgeschichte mit menschlichen Figuren und berührenden Hintergründen. Nach „Annähernd Alex“ hat mich Jenn Bennett wieder einmal verzaubern können!

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