Rezension: Die Schule der Nacht

 

 

Die Schule der Nacht

Ann A. McDonald

Penhaligon Verlag

erschienen 05/2017

ca. 448 Seiten

Bildquelle: Amazon

 

 

 

»Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.«

Diese Nachricht, eigentlich an ihre verstorbene Mutter gerichtet, gibt dem Leben der jungen Amerikanerin Cassandra „Cassie“ Blackwell eine neue Richtung. Nachdem sie elternlos und alleine durch die verschiendenen Unis und Städte trieb, hat sie nun ein Ziel vor Augen: herauszufinden, was ihre Mutter am berühmten Reileigh College in Oxford gemacht hat. Als Austauschstudentin taucht sie ein in die Welt der Reichen und Priviligierten, die diesen elitären Ort beherrschen. Neben dem Studium mit seinen Arbeiten und Tutorien versucht sie dem Geheimnis ihrer Mutter auf den Grund zu gehen und gerät dabei immer tiefer in die gefährlichen Strukturen der High Society. Was hat es mit der nebulösen Schule der Nacht auf sich und wie kommt es, dass Cassie plötzlich in großer Gefahr schwebt?

 

Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, weil der Klappentext auf eine wunderbar spannende und mysteriöse Geheimorganisationsgeschichte hoffen ließ, daneben noch auf eine ruhige Familienstory. Auch das Cover vermittelt diesen ersten Eindruck. 

Die Atmosphäre der elitären englischen Bildungsanstalt wurde sehr schön eingefangen. Ein bisschen stelle ich es mir genau so vor mit den ehrwürdigen Gebäuden, Sportclubs und anspruchsvollen Professoren.

Cassandra ist als Charakter  eher unsympathisch dargestellt, was aber auch daran liegen mag, dass sie sich bisher durchs Leben kämpfen musste und in ihr eine dunkle Seite lauert, deren sie sich noch gar nicht so bewusst ist. Sie ist aber ebenfalls sehr ehrgeizig und kümmert sich doch um andere, weshalb ich mich rasch mit ihr arrangieren konnte. Die Nebenfiguren sind fast ausnahmslos ebenso wenig vertrauenswürdig bis unsympathisch. Eine Ausnahme bilden da Charlie und Evie, besonders Charlie mochte ich nach seinem doch harten Einstieg sehr gerne. Es war schon lustig, wie barsch Cassie ihn zu Beginn auf Abstand hält und wie wichtig er doch nacher für die Geschichte wird.

Der Alltag an der Uni war auch nach meinem Geschmack, besonders die Schilderungen der langen Recherche, des Drucks, den die Studenten untereinader aufbauen und der eingefahrenen Strukturen im Unibetrieb oder bei der Lösung von Problemen.

Der Sprachstil hat mir gefallen, wenn er auch für eine gewisse Distanz zu den Figuren sorgte. Der Spannungsbogen war nicht ganz konstant, was mir aber nichts ausgemacht hat, denn es unterstützte die Wirkung der wochenlangen Kleinstarbeit, die Cassie für kleine Fortschritte leisten musste.

Das düstere Geheimnis, das am Ende aufgedeckt wurde, war dann für mich fast nebensächlich. Viel mehr konnte mich die Jagd auf Informationen zu ihrer Mutter und den Geschehnissen Mitte der 90er in Oxford begeistern. Eine wahre Schnitzeljagd mit jeder Menge ungeahnter Hindernisse.

 

Letztendlich hat mir die Geschichte mittelmäßig gefallen. Ich wurde gut unterhalten, habe aber immer eine Distanz zu dem Geschehen gehalten, weil die Emotonen nicht richtig übertragen wurden. Spannend war de Handlung aber trotzdem.

 

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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