Rezension: Flo oder der Tag, an dem …

 

 

Flo oder der Tag, an dem die Maus verrutschte

Anna Pfeffer

cbj

erschienen 03/2017

ca. 256 Seiten

Bildquelle: Amazon

 

 

Flo ist schlagfertig, leider erst immer hinterher. Vor allem in der Schule fehlen ihr oft im entscheidenden Moment die richtigen Worte. Zum Glück hat sie ihre beiden besten Freundinnen, die immer zu ihr halten. Doch dann knutscht ausgerechnet Anouk mit Ben rum, in den Flo seit Jahren verschossen ist. Sowas macht man doch nicht – schon gar nicht als beste Freundin! Auf einer Kummerkastenwebsite schreibt sich Flo ihren Frust von der Seele … und verschickt ungewollt die Mail. Und einmal im Netzt, zieht die Mail ihre Kreise. Bald sieht sich Flo einem Shitstorm ausgesetzt, der ihr ganz schön an die Nieren geht. Einziges Trostpflästerchen: Ben beachtet sie endlich. Aber auch Moritz, ihr Sandkastenfreund, schenkt ihr mehr Aufmerksamkeit, als sie gewohnt ist.

Anna Pfeffer ist das Pseudonym der beiden Autorinnen Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die auch als Rose Snow schreiben und bekannt sind für ihren großartigen Humor, viel Situationskomik und liebeswerte Figuren.  Für cbj schreiben sie Jugendromane auch eher für jüngere Leser(innen). „Flo und der Tag, an dem die Maus verrutschte“ ist dann auch eher ein Mädchenbuch für 11-15Jährige.

Flo ist eine sehr sympathische Protagonistin. Mit ihrer Sprachlosigkeit angesichts ungeteilter Aufmerksamkeit, ihrem trotzdem vorhandenen (nur verborgenem) Sprachwitz und Schalk schafft sie es schnell in das Leserherz. Die Sorgen und Nöte einer typischen Mittelstuflerin zwischen Schulstress und erster Liebe sind anschaulich und humorig erzählt. Zwar wirken ihre Probleme auf den ersten Blick trivial, doch zeigt gerade der Shitstorm, der über sie hereinbricht, wie schnell die Dinge ernst werden können.

Mit dem Thema (Cyber)Mobbing wird ganz gut umgegangen. Ich finde es auch sehr schön, dass die Autorinnen zeigen, dass man sich manchmal einfach nur ehrlich aussprechen  muss. Was mir nicht so gefallen hat ist, wie über das ausgrenzende Verhalten der gesamten Schülerschaft hinweggesehen wird. Solch ein Psychoterror ist ernsthaft gesundheitsgefährdend für das Opfer, schafft die Grundlage für Depression und verzweifelte Taten. So ganz darüber hinweg trösten konnte mich auch die Darstellung, dass Opfer und Täter auch mal die Rollen tauschen und eine Definition nicht so ganz einfach und nie eindimensional sein darf, leider nicht.

Moritz finde ich dagegen einfach nur klasse und super süß. Er ist die Inkarnation des leicht nerdigen Sandkastenfreunds, über den man alles zu wissen scheint, und der doch plötzlich auf andere Weise interessant wird.

Diese Geschichte ist ein überzeugendes und unterhaltsames Mädchenbuch für lustigen Lesespaß, der auch mal ernste Themen anfasst.

 

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

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