Rezension: Götterfunke – Liebe mich nicht

 

 

Götterfunke. Liebe mich nicht

Mara Woolf

Dressler

erschienen 02/2017

ca. 464 Seiten

Bildquelle: Amazon

 

 

Eigentlich wollte Jess nur ein paar lehrreiche Wochen in einem Camp in den Rockies mit ihren besten Freunden verbringen, doch dann trifft sie auf Cayden, einen jungen Mann, der sie wahlweise anmacht oder von sich stößt. Was für ein Geheimnis verbirgt er und was haben die anderen ungewöhnlichen Campteilnehmer wie Apoll, Athene und Hera Ross damit zu tun? Schon bald befindet sich Jess in großer Gefahr, denn sie wird zum Spielball göttlicher Mächte …

Eines muss ich leider gleich vorweg sagen: Ich fand das Buch in seiner Umsetzung ganz, ganz schrecklich. Es hätte so schön sein können – ein Camp im Wald, ein bisschen Liebe und ganz viele Geheimnisse und verborgene Mächte. Allerdings lief es auf seitenweise dämliche Feststellungen heraus wie: Er sieht sooo gut aus. Er ist so arrogant. Ich halte mich von ihm fern, aber er sieht soooo gut aus…

Wie schon gesagt: schrecklich!

Die Grundidee dahinter fand ich einfach nur genial. Mich fasziniert die griechische und römische Mythologie und dank eines doch recht guten Lateinunterrichts kenne ich mich auch ein bisschen in diesem Götteruniversum aus. Die Darstellung der einzelnen Götter fand ich auch gelungen, vor allem Hera als recht mütterliche Gestalt, die es sehr trifft, dass sie in den Erzählungen der Menschen so rachsüchtig und zimtzickig dargestellt wird. Athene blieb etwas farblos, aber Apoll hatte schon was.

Mit Jess als Protagonistin hätte ich mich noch anfreunden können, wenn nicht ihre absolut unverständlich naive Schwärmerei für Cayden so überzogen gewesen wäre. Ihre Freundin Robyn war grausig und Josh nichtssagend.

Nun zu Cayden. Ok, wenn man die Gründe hinter seiner Charmeoffensive und dem Herummachen kennt, mag ich ihn relativ gerne. Er kann ja nichts dafür, dass er sooo unsterblich guuut aussieht. Ansonsten ist er recht nett. (Wobei: Wer kann noch normal mit jemandem umgehen, der einen an den Felsen gekettet und täglich von einem Adler hat anknabbern lassen? Ganz normal ist er auch nicht.)

Der Schreibstil war in Ordnung, wobei er bei mir keine sonderlich überzeugende Athmosphäre entstehen lassen konnte.

Das Cover ist ein Eyecatcher und sicher einer der Hauptgründe, warum das Buch so gut läuft. Auch die Grundidee trägt dazu bei. Was ich aber nicht verstehen kann ist der Begeisterungssturm, den die Geschichte in den bisher von mit gelesenen Rezensionen auslöst. Absolut nicht.

Wobei ich gegen Ende bemerken konnte, dass es mich doch interessiert hat, wie Cayden das Schlamassel wieder hinbiegen möchte. Er macht nämlich was ziemlich unverzeiliches.. Vielleicht ergeht es mir da wie bei meiner letzten Chemiearbeit: Wenn man so viele Tage mit dem strunzlangweiligen Stoff verbracht und ihn unter Mühen in sein Hirn gekloppt hat, dann merke zumindest ich am Schluss, dass das Fach mich doch zu interessieren droht – auch gegen meinen Willen.

In diesem Sinne:
Diese Geschichte kann ich leider nicht weiterempfehlen.

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