Rezension: Juniregen

 

 

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Juniregen

Rana Wenzel

erschienen 2016

Selbstverlag

ca. 212 Seiten

 

 

 

Zu ihrer eigenen Überraschung wird Victoria Stein die Verteidigung eines Mordverdächtigen übertragen. Obwohl sie dem Strafrecht schon vor Jahren den Rücken gekehrt hat, übernimmt sie den Fall um den Mord einer Unternehmergattin und beginnt zu ermitteln. Unterstützung erhält sie dabei von dem unorthodoxen Privatdetektiv Jarne de Zand. Als die Beweislast gegen ihren Mandanten immer erdrückender wird, macht Victoria eine unerwartete Endeckung und gerät dabei selbst in Gefahr …

„Juniregen“ ist der erste Band der Krimireihe rund um die Rechtsanwältin Victoria Stein.

Was als beinahe beleidigendes Engagement beginnt (die Schwester des Verdächtigen heuert Victoria nur an, weil sie billig ist und so der Schein gewahrt wird, dass die Familie sich kümmert), lässt Victoria zu einer lange nicht dagewesenen Höchstform auflaufen. Man kann miterleben, wie diese Ermittlerin, die sich selbst die nötige Leidenschaft für strafrechtliche Fälle abspricht, wieder Feuer fängt und sich auch von Rückschlägen und Zweifeln nicht aufhalten lässt. Ihr werden zwei tatkräftige, sehr unterschiedliche Männer zur Seite gestellt. Ich bin gespannt, welcher in den nächsten Fällen noch eine Rolle spielen wird – oder vielleicht beide? Die Chemie stimmte auf jeden Fall!

Die Krimihandlung ist klassisch angelegt. Besondere Bedeutung kommt den medizinischen Details zu, die sehr gut recherchiert waren. Mein Lob dafür – ich kann es nämlich nicht ausstehen, wenn bei solchen Dingen geschlampt wird ;-). Auch die Nebenfiguren konnten mich überzeugen. Bei der Beschreibung von Victorias Schwester musste ich herzlich lachen … wir haben selbst einen Heilpraktiker in der Familie.

Der Spannungsbogen baut sich langsam auf, bis er auf das überraschende und dramatische Finale hinausläuft. Man erlebt hautnah mit, wie zermürbend und zeitaufwendig deratige Ermittlungen sein können. Die Mühlen der Polizei mahlen langsam und wenn man als Anwalt immer erst später auf neue Erkenntnisse Zugriff hat, vergehen schnell einige Wochen. Diese Darstellung empfand ich als sehr realitätsnah.

Ein weiteres Highlight war das Essen im Krimi. Irgendwie gerate ich in letzer Zeit immer an Geschichten, in denen ausnehmend gut gespeist wird. Da läuft einem echt das Wasser im Mund zusammen.

Rana Wenzel hat mit „Juniregen“ ein wirklich starkes Debüt vorgelegt, dass von seiner in all ihren Facetten beleucheten Protagonistin lebt. Berufliche wie private Probleme werden mit eingebunden und erschaffen zuammen mit dem Fall ein stimmiges Gesamtpaket, das einen schon sehr gespannt auf die Fortsetzung warten lässt.

 

Ich danke der Autorin Rana Wenzel für das Rezensionsexemplar!

 

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