Rezension: Kleiner Wahn

 

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Bei dem rezensierten Buch handelt es sich um ein von mir selbst erworbenes Exemplar.

 

 

 

Kleiner Wahn

Dianne Touchell

Königskinder Verlag

272 Seiten

(c) Königskinder

 

 

 

 

Rose liebt Michael. Und Michael liebt Rose. Sie haben zum ersten Mal Sex. Schüchtern und liebevoll. Dass sie keine Kondom benutzen, ist nicht so schlimm. Schließlich ist es für beide das erste Mal, da kann ja nicht viel passieren. Zwei Monate später zählt Rose die Tage: 61 seit ihrer letzten Periode und der Schwangerschaftstest ist eindeutig positiv. Was werden ihre Eltern, was werden die Leute sagen? Das kann nicht sein und das darf nicht sein.
Rose verdrängt, dass sie schwanger ist. Und Michael verdrängt, dass Rose schwanger ist. Und das Unheil nimmt seinen Lauf …

 

Gefühlvoll wird in dieser kurzen, aber kraftvollen Geschichte die erste Liebe beschrieben. Die zarten Bande werden schnell einer irren Belastungsprobe unterzogen, als Rose schwanger wird – und das Drama nimmt seinen Lauf, als beide dies zu verdrängen versuchen.

Selten habe ich eine so schnonungslose Geschichte gelesen, teils spürt man die Gefühlsverarmung durch die Seiten, teils ist man entzückt, wenn doch wieder positive Emotionen hochkommen, die sonst von der Panik und Verzweiflung verdeckt werden.

Die beiden Jugendlichen sind überfordert mit der Situation, aber auch mit den Anforderungen und der Gefühlskälte bzw. dem Unverständnis, das in ihren Elternhäusern herrscht. Und so nimmt das Unheil fast unweigerlich seinen Lauf.

So erschreckend die Auswüchse sind, die die Geschichte gegen Ende nimmt, so verständlich sind die Anfänge. Dabei ist es auch gar nicht entscheidend, ob man die Figuren sympathisch findet oder nicht – wegen ihrer Panik benehmen sie sich sowieso wie im Wahn. Am nettesten kommt noch Liv rüber, Rose‘ beste Freundin, die von der Schwangerschaft weiß und deswegen von ihr fallen gelassen wird. Trotzdem liest sich die Geschichte wie im Rausch, man kann sich als Leser(in) dem Voranschreiten der Zeit und Seiten und damit Rose‘ Schwangerschaft nicht entziehen. Auch den Schluss fand ich zwar schwer erträglich, aber doch folgerichtig zuende gebracht. Und das ohne groß zu bewerten!

Wer unbequeme Jugendbücher mag, sollte sich dieses schonungslose und mutige Buch einmal näher ansehen. Ich kann es voll empfehlen.

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