Rezension: Löffelglück

 

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Bei dem rezensierten Buch handelt es sich um ein von mir selbst erworbenes Exemplar.

 

 

 

 

Löffelglück

Tracy Holczer

Königskinder Verlag

320 Seiten

(c) Königskinder Verlag

 

 

 

Wer tausend Kraniche aus Papier faltet, bekommt einen Wunsch erfüllt. Seit Grace zu ihrer Großmutter in die kleine Stadt Auburn Valley gezogen ist, findet sie immer wieder Papier-Kraniche. Schickt ihre Mutter ihr Zeichen aus dem Himmel? Schließlich hat sie früher immer Kraniche aus (geklauten) Löffeln gemacht. Und Grace braucht ein Zeichen, genauso wie sie endlich ein Zuhause braucht. Eine kleine Mumie mit Brille, das Suppenrestaurant Löffel und nicht zuletzt die kleine kalifornische Stadt selbst zeigen ihr den Weg. Eine Geschichte über die heilende Kraft von Sarkophagen, Gemeinschaft und einer Schüssel guter Suppe.

 

Mein letzts Königskind war nochmal ein richtiges kleines Buch-Highlight!

Eine Geschichte voller Trauer und Träume, über Verluste, das Loslassen und Wiederfinden von Familie.

Grace sieht sich als Waise plötzlich fast ganz alleine auf der Welt dastehen und muss zu ihrer Großmutter ziehen, die für sie eine fremde ist. Das Trauma, die Ängste und Gefühle werden dabei auf sehr einfühlsame und realistische Weise von der Autorin in wunderbare Worte gefasst. Man fühlt mit Grace, versteht ihre Wut und Hilflosigkeit. Aber ebenso beginnt man mit ihrer Großmutter zu fühlen, die einem langsam offenbar wird. Was diese kurze Geschichte auch vermag, ist zu zeigen, dass nichts im Leben schwarz-weiß ist, sondern es immer mindestens zwei Ansichten einer Sache gibt.

„Löffelglück“ zeigt uns auf eine herzrerreißend schöne Art, was Familie eigentlich bedeutet und wie wichtig es ist, anderen eine Chance zu geben. Die Nebenfiguren sind herrlich liebevoll und stark gezeichnet, besonders die Nachbarkinder Max und Jo, mit denen sich Grace, fast gegen ihreren Willen, anfreundet. Aber auch die anderen Stadtbewohner (Mel, Lou, der Sheriff) wachsen einem mit ihren liebenswerten Eigenarten schnell ans Herz. Der Tod ist ein allgegenwärtiges Thema, über welches trotz des Schmerzes aber nicht länger geschwiegen wird. Diesen Umgang mit einem solchen taboubehafteten Thema fand ich außerordentlich gut gelungen und geschmackvoll.

Gleichzeitig ist die Geschichte aber auch sehr poetisch mit ihren kleinen Gedichten, Zitaten und Geschichten. Es war eine solche Wohltat, diese kurzen Begegnungen zu lesen, die in Grace ein langsames Verständnis für ihre Großmutter wecken und ihr letzten Endes ein Loslassen und Ankommen ermöglichen.

Schmerzlich schön beschreibt „Löffelglück“ wohl am besten.

Mich konnte Grace‘ Geschichte bewegen und berühren, hier im Jetzt abholen und in eine wunderbare Welt der Worte entführen.

Und zum Schluss ist es – wie für Grace – ein Ankommen…

 

Eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir!

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