Rezension: Travis Delaney – Was geschah um 16:08?

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Travis Delaney – Was geschah um 16:08?

Kevin Brooks

dvt

erschienen als TB 09/2016

ca. 337 Seiten

 

 

 

“ Er hatte etwas an sich, dass mir ganz einfach falsch erschien…”

 
Der Mann, der auf der Beerdigung seiner Eltern die Trauergemeinde mit einer versteckten Knopfkamera aufnimmt, kommt Travis auf Anhieb verdächtig vor. Keiner scheint ihn zu kennen. Hat er was mit dem unerklärlichen Autounfall seiner Eltern zu tun? Als dann auch noch das Detektivbüro der Delaneys verwüstet wird, beginnt Travis zu recherchieren – und riskiert dabei viel, denn bei ihrem letzten Fall sind seine Eltern auf ein Geheimnis gestoßen, dass so gefährlich ist, dass sie dafür mit dem Leben bezahlen mussten.

 
Der neue Jugendkrimi von Kevin Brooks konnte mich wieder gefangen nehmen. Ich liebe seine Figuren, die immer etwas eigen und speziell sind. Nach „Lucas“, „Black Rabbit Summer“ und „Tanzende Geister“ ist dies mein viertes Buch von ihm. Mit Travis Delaney hat Kevin Brooks einen wunderbaren Protagonisten für seine neue, spannende Jugendthriller-Reihe erschaffen. Und wenn es in den nachfolgenden Bänden genau so heiß her geht wie in diesem hier, dann freue ich mich schon gewaltig auf die Fortsetzung.

 
Travis ist gerade 13 Jahre jung, da sterben seine Eltern völlig unerwartet und unerklärlich bei einem Autounfall. Die Trauer und Ungewissheit, die den Jugendlichen nun bestimmen, werden von Brooks sehr eindrücklich geschildert. Emotionale Konflikte entwickelt er meisterhaft. Ich fand es besonders berührend, dass Travis während der Ermittlungen seiner Ergebnisse und Verdachtsmomente von seinem schwer an Depression erkrankten Großvater fernhalten möchte, um diesen nicht in ein noch tieferes Loch zu stoßen. Er soll sich nicht schuldig fühlen, dass er wegen seiner Krankheit nicht so für Travis da sein kann, wie sie sich das beide wünschen würden. Überhaupt schätze ich an diesem Autoren, dass er meist männliche Protagonisten wählt. Deren Sicht kommt (so mein Empfinden) viel zu selten zu Wort.

 
Travis Familie besteht aus seinen Großeltern väterlicherseits und seiner Urgroßmutter, die ebenfalls bei ihnen lebt. Man spürt die Trauer und Verzweiflung nach dem Verlust, aber auch die Gewissheit, dass es irgendwann weitergehen wird. Deshalb ist die gesamte Atmosphäre des Thrillers eher düster gehalten.
Der Fall selbst bleibt lange undurchsichtig und unvorhergesehen. Mehrere Parteien werden geschickt eingeführt, die geschichtlichen Bezüge reichen bis zu den schlimmsten IRA-Zeiten und es wird auch öfters mal brandgefährlich für den noch etwas leichtsinnigen, aber unaufhaltsamen Travis.
Die Auflösung war überraschend, auch wenn mir persönlich die Grundprämisse des Ganzen nicht so gut gefällt – geschickt eingefädelt war sie trotzdem.
Wer Kevin Brooks‘ andere Bücher mag, wird auch hier wieder ein Musterbeispiel seines Könnens vorfinden. Mir hat der erste Fall von Travis sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf weitere Abenteuer mit ihm.

 

Danke an den Verlag und vorablesen für das Rezensionsexemplar!

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