Rezension: Unlike – Von Goldfischen und anderen Weihnachtskeksen

 

 

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Unlike – Von Goldfischen und anderen Weihnachtskeksen

C.M. Spoerri

Sternensand Verlag

erschienen 12/2016

ca. 343 Seiten

 

 

 

 

Evan hasst Weihnachten, ganz besonders aber Weihnachten in New York. Schlecht, wenn man dort lebt und dem besinnlichen Trubel nur schwer entkommen kann. Sara hingegen liebt Weihnachten mit all dem Kitsch und Tand, den man sich vorstellen kann. Von ihrem Erspartem gönnt sie sich eine Reise nach New York, auch um dort besinnlich-romantische Tage mit Evan zu verbringen, den sie in einem Chat kennen gelernt hat. Von ihm möchte sie sich alle Sehenswürdigkeiten zeigen lassen, den Central Park, den berühmten Weihnachtsbaum… Allerdings hat sie nicht mit dem wirklichen Evan geschrieben, sondern mit dessen Nachbarn Hannes, der jemanden für Evan sucht, der ihn vielleicht aus seinem tristen Alltag befreien kann. Denn Evan trägt seit Jahren schweren Ballast mit sich herum und verwehrt sich selbst ein glücklicheres Leben. Eine quirlige Studentin ist da das Letzte, was er sucht. Doch Sara rührt etwas in ihm an und so findet er sich plötzlich gegen seinen Willen mitten im Weihnachtszauber von New York wieder.

„Unlike – Von Goldfischen und anderen Weihnachtskeksen“ ist ein New Adult-Roman, der uns in das verschneite, romantische New York entführt, das viele von uns sicher gerne kennen lernen würden (wenn frau denn das nötige Kleingeld besäße). Weihnachtschöre, Weihnachtsbäume, Weihnachtsmänner – all das, was wir nur aus Filmen kennen. Durch Saras Augen dürfen wir dieses Schauspiel mit Touristenaugen betrachten, auch wenn sich ein Großteil des Romans anderen Themen widmet. Neben dem Weihnachtsthema geht es hier nämlich hauptsächlich um Evan, der ein schweres Trauma hinter sich hat und ziemlich früh auf die schiefe Bahn geriet. Sein Schtutzmechanismus ist emotionale Abschottung – bis Sara bei ihm für ein paar Tage wohnen soll und sich so gar nicht von seiner spröden Art einschüchtern lassen will. Mir gefällt die Gegensätzlichkeit der beiden Figuren. Die Geschichte wird abwechselnd aus ihrer Sicht erzählt, sodass man reltiv schnell bei beiden tiefer in die Psyche blicken kann. Neben den erotischen Szenen wird viel darauf eingegangen, wie es Sara gelingt, Evan aus seinem Schneckenhaus herauszulocken und ihm neuen Lebensmut und – ganz besonders wichtig – neues Selbstwertgefühl zu geben. Dass sie dabei manchmal etwas unrealistisch optimistisch ist, lässt sich so verzeihen.
Ein netter Kniff ist, dass beim Wechsel der Erzähler auf den letzten Gedanken der anderen Person eingegangen wird. Dies macht die oft gegenteilige Empfindung und Auffassung einer Sache der beiden Hauptcharaktere fassbarer.
Manchmal ist die Sprache derb, was aber zu Evan passt.
Insgesamt hat mich diese schöne Geschichte gerade zum Schluss der gefesselt und berührt. Sie ist mehr als nur eine Weihnachtsgeschichte und ein schönes Beispiel dafür, dass zweite Chancen genutzt werden können.

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